Neuigkeiten aus Lavant

Ressourcenzentrum Lienzer Talboden

Pressemitteilung vom 23. Juli 2025 (Fotoquelle: AWV-Osttirol)

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Meilenstein für regionale Kreislaufwirtschaft: Gemeinsames Ressourcenzentrum für den Lienzer Talboden geplant

Der Planungsverband 36 (PV36) setzt einen bedeutenden Schritt in Richtung zukunftsfähiges Ressourcenmanagement: Mit dem geplanten Ressourcenzentrum Lienzer Talboden entsteht eine moderne, zentral gelegene Einrichtung, die Sammel-, Sortier- und Entsorgungsprozesse für unterschiedlichste Abfallfraktionen bündelt. Das Projekt setzt ein starkes Zeichen für gelebte Kreislaufwirtschaft und interkommunale Zusammenarbeit.

Im Jahr 2020 wurde im Zuge einer Klausur des Planungsverbandes 36 (PV36) der Beschluss gefasst, ein gemeinsames Ressourcenzentrum für den Lienzer Talboden zu planen – ein erster wichtiger Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen, interkommunalen Lösung. Es folgten eine Konzeptplanung sowie eine erste Kostenschätzung. Auf dieser Grundlage stellte der Abfallwirtschaftsverband Osttirol (AWVO) ein Förderansuchen um Bedarfszuweisungsmittel an das Land Tirol. In einem darauffolgenden Gespräch mit Landeshauptmann Anton Mattle sicherte dieser seine Unterstützung zu, sofern sich die 15 Gemeinden des PV36 auf die Umsetzung eines zentralen Ressourcenzentrums einigen. Mattle zeigt sich überzeugt von der starken Zusammenarbeit im Lienzer Talboden, bezeichnete das Projekt als Vorzeigemodell und gratuliert den Verantwortungsträgern zu den bisherigen Schritten. Durch die enge Zusammenarbeit von AWVO, PV36 und der Stadtgemeinde Lienz wird so ein starkes regionales Zeichen für nachhaltige Abfallwirtschaft gesetzt.

Das Ressourcenzentrum wird an sechs Tagen pro Woche geöffnet sein und auf die Bedürfnisse von rund 28.000 Bürgerinnen und Bürgern ausgerichtet. Geplant ist die Sammlung von 52 unterschiedlichen Abfallfraktionen: Darunter Sperrmüll, Problemstoffe, Altholz, Verpackungen und vieles mehr. Ziel ist es, die noch hohe Fehlwurfquote im Restmüll deutlich zu reduzieren und damit die Recyclingquote in der Region nachhaltig zu steigern.

Denn, so die Projektverantwortlichen des PV36: „Nachhaltigkeit beginnt vor der eigenen Haustür. Deshalb schaffen wir Strukturen, die es den Menschen ermöglichen, Ressourcen nicht zu verschwenden, sondern sie als Wertstoffe in den ökologischen Kreislauf zurückzuführen. Damit kann jede:r mit wenig Aufwand dazu beitragen, den Klimazielen einen Schritt näher zu kommen!“

Auch organisatorisch wird die Zusammenarbeit der 15 beteiligten Gemeinden weiter gestärkt. Die Verwaltung des Ressourcenzentrums übernimmt die Stadtgemeinde Lienz. Dies ist ein Schritt hin zu effizienteren Abläufen, schlankeren Strukturen und ressourcenschonender Umsetzung. Vor Ort stehen geschulte Mitarbeiter:innen bereit, um die Besucher:innen beim fachgerechten Trennen der Abfälle zu unterstützen. Für die einheitliche Vermarktung der gesammelten Wertstoffe zeichnet sich der Abfallwirtschaftsverband Osttirol (AWVO) verantwortlich.

Ein weiteres zentrales Element des Projekts ist das geplante digitale Zutritts- und Abrechnungssystem, das über eine App oder Chipkarte genutzt werden kann. Dieses System wird so entwickelt, dass es sowohl im Ressourcenzentrum als auch in den Abfallsammelzentren (ASZ) der Heimatgemeinden eingesetzt werden kann. Die Nutzung bleibt damit einfach, transparent und bürgernah.

Für die Bürger:innen bedeutet das: Verpackungen, die regelmäßig im Alltag anfallen, wie Papier, Karton, Leicht- und Metallverpackungen, Glas und voraussichtlich auch Grün- und Strauchschnitt, können weiterhin bequem in der jeweiligen Heimatgemeinde entsorgt werden. Das erhöht den Komfort und reduziert unnötige Fahrten. Gleichzeitig können alle anderen Abfallfraktionen im Ressourcenzentrum Lienzer Talboden abgegeben werden. Diese Entsorgungswege lassen sich ideal mit alltäglichen Wegen kombinieren, was zu einer Verringerung der Emissionen beiträgt und die Abfallwirtschaft in der Region noch umweltfreundlicher und effizienter macht.

Mit dem Ressourcenzentrum Lienzer Talboden setzen die Gemeinden des PV36 ein klares Zeichen für eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Zukunft in Osttirol. Gemeinsam, effizient und verantwortungsvoll wird nicht nur die regionale Zusammenarbeit gestärkt, sondern auch den umweltpolitischen Zielsetzungen Rechnung getragen. Durch die organisierte, kontrollierte Entsorgung lassen sich zudem die von der EU geforderten Recyclingquoten künftig in allen Bereichen besser erfüllen.

Ein gemeinsames Zentrum für eine starke Region!

Gemeinden des PV36: Ainet, Amlach, Assling, Dölsach, Gaimberg, Iselsberg-Stronach, Lienz, Leisach, Lavant, Nußdorf-Debant, Nikolsdorf, Oberlienz, Schlaiten, Thurn, Tristach.

Wilde Deponien

Wilde Deponien bergen Gefahren für Mensch und Umwelt
(eine Information des Baubezirksamtes Lienz)

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Aufgrund des gehäuften Auftretens von Abfallentsorgungen und Ablagerungen neben Flüssen und Bächen im gesamten Bezirk, ersucht das Baubezirksamt Lienz, stellvertretend für die Verwaltung des Öffentlichen Wassergutes, für die Bundeswasserbauverwaltung und für den Wasserverband Osttirol um eine Sensibilisierung der Bevölkerung.

So werden in letzter Zeit in den Böschungsbereichen von Flüssen und Bächen im Bereich von Siedlungsräumen regelmäßig Anhäufungen von Grünschnitt und Gartenabfällen gefunden. Dadurch verbreiten sich Neophyten, also nicht heimische Pflanzenarten immer stärker, wohingegen regionale Pflanzenarten verdrängt werden und sogar gänzlich verschwinden. Besonders entlang von Flussläufen können sich Neophyten über große Distanzen hinweg gut verbreiten. Im Abflussbereich von Flüssen (Flussbett und Uferböschungen) ist die Ablagerung und Entsorgung von Grünschnitt und Gartenabfälle verboten, da sich Neophyten auf diesen besonders schnell entwickeln und sich weiter ausbreiten.

Ebenfalls bedenklich ist der Umstand, dass außerhalb von Siedlungsräumen die Uferböschungen der Flüsse und Bäche häufig zur Lagerung von Nutzholz und zur Entsorgung großer Mengen an Ästen und Baumrinden zweckentfremdet werden.

Dadurch wird der bestehende Uferbewuchs zerstört. Zudem bleiben nach dem Abtransport des Nutzholzes viele Äste und Rinden in Form großer Anhäufungen auf den Uferböschungen zurück. Dabei birgt die Lagerung von Nutzholz sowie die Entsorgung fortwirtschaftlicher Abfälle im Böschungsbereich von Flüssen und Bächen eine erhebliche Verklausungsgefahr. Bis mindestens 5 Meter landeinwärts der Böschungsoberkante sind Uferbereiche von Ablagerungen und Bebauungen aller Art uneingeschränkt freizuhalten. „In Ausnahmefällen kann beim Öffentlichen Wassergut um Gestattung sowie – je nach Sachverhalt – bei der Behörde um wasser- und naturschutzrechtliche Bewilligung angesucht werden“, erklärt der Leiter des Baubezirksamtes Lienz, Johannes Nemmert.

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Fehlwürfe im Restmüll

Eine Information des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol:

 

Mehr als jeder zweite Wurf in den Restmüll geht daneben

Wir alle wollen das Richtige tun. Aber funktioniert das im Alltag auch wirklich? Der Wille zur Mülltrennung ist da, doch die aktuellen Zahlen des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol zeigen, in der Umsetzung hapert es. 57 % des Restmülls in Osttirol besteht aus Abfällen, die dort nicht hingehören. In den meisten Wohnanlagen liegt der Fehlwurfanteil sogar bei bis zu 70 %. Zahlen, die zum Nachdenken anregen: Über das eigene Verhalten und die Auswirkungen auf Umwelt, Sicherheit und Gemeindebudget.

Batterie als mögliche Brandursache

Nach dem Großbrandereignis bei der Firma Rossbacher GmbH in Nußdorf-Debant warnt der Abfallwirtschaftsverband Osttirol erneut vor den Risiken falsch entsorgter Batterien. Medienberichten zufolge könnte der Brand durch eine unsachgemäß entsorgte Batterie oder einen Akku ausgelöst worden sein. Solche Vorfälle sind kein Einzelfall und sind vermeidbar. Allein in Osttirol landen jährlich rund 12,5 Tonnen Batterien im Restmüll, das entspricht etwa einer Tonne pro Monat. Bereits eine einzelne Batterie kann einen Brand auslösen – in der Mülltonne, im Sammelfahrzeug oder in der Sortieranlage. Die Mitarbeitenden der Abfallwirtschaft sind dabei teils erheblichen Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Dabei ist die richtige Entsorgung denkbar einfach: Batterien und Akkus können kostenlos in Supermärkten und in den Sammelzentren der Gemeinden abgegeben werden. Trotzdem landen sie immer wieder in der falschen Tonne. Ein Vorfall wie dieser zeigt deutlich, dass unser Umgang mit scheinbar kleinen Dingen wie Batterien große Auswirkungen haben kann. Zeit, dass unsere Wegwerfgesellschaft einmal darüber nachdenkt, was wir wo und wie entsorgen, bevor aus einem Handgriff ein Großereignis wird.

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Lebensmittel im Müll – und mit ihnen wertvolle Ressourcen

Nicht nur Batterien landen in der falschen Tonne. Der Großteil der Fehlwürfe im Restmüll besteht aus Bioabfällen (31 %). Damit finden sich 750 Tonnen noch genießbarer Lebensmittel im Osttiroler Restmüll – genug, um rund 1.030 Menschen ein ganzes Jahr lang zu versorgen. Gerade rund um Feiertage wie Weihnachten, Ostern oder zur Grillsaison steigt der Anteil vermeidbarer Bioabfälle deutlich an. Doch was in der Biotonne zu hochwertigem Kompost werden könnte, geht im Restmüll unwiederbringlich verloren. Zum Nachteil für Klima, Ressourcen und Gebührenstruktur.

Fehlwürfe belasten Gebühren und Klima

Die aktuellen Zahlen (Abbildung 1) zeigen, falsche Mülltrennung verursacht erhebliche Kosten im Bezirk und wirkt sich negativ auf das Klima aus. Gesamt entstanden 2023 rund 785.000 € an Mehrkosten durch Fehlwürfe im Restmüll. Jede falsch entsorgte Batterie oder Verpackung verursacht zusätzlichen Aufwand in der Entsorgung. Diese Kosten werden über die Müllgebühren von allen Bürger:innen mitgetragen – unabhängig davon, wie gut (oder schlecht) im eigenen Haushalt getrennt wird.

Auch die Klimabilanz leidet unter falsch entsorgtem Müll. Laut Berechnungen des AWV-Osttirol könnten jährlich rund 19.900 Tonnen CO₂-Äquivalente durch das richtige Sortieren eingespart werden. Das entspricht in etwa dem CO₂-Ausstoß von 3.205 Autofahrten rund um die Erde.

Es sind nicht unsere politisch Verantwortlichen in der Gemeinde, die unsere Müllgebühren in die Höhe treiben. Es ist jede falsch entsorgte Verpackung, jede achtlos weggeworfene Batterie, jeder Apfelstiel im Restmüll. Wer falsch trennt, zahlt nicht nur selbst drauf, sondern belastet alle anderen mit. So wird aus Bequemlichkeit ein gemeinsames Problem.

Gute Absicht, falscher Ort

Auch bei den Leichtverpackungen gibt es noch viel Luft nach oben. In der gelben Tonne lag der Fehlwurfanteil 2024 bei 17,5 % (rund 280 Tonnen). Am häufigsten landen dort Restmüll (7,6 %) und kunststoffhaltige Nichtverpackungen (9,9 %), wie etwa Spielzeug oder andere Kunststoffprodukte, die nicht unter Verpackungen fallen. Bei den Metallverpackungen liegt der Fehlwurfanteil bei 13,7 %, oft durch falsch entsorgte Blechteile oder Töpfe verursacht. Diese Abfälle stören die Sortierung und erschweren das Recycling. Was gut gemeint ist, landet so am falschen Platz und schadet der Umwelt.

Gemeinsam besser trennen

Die Analyse macht deutlich: Was in der Tonne landet, wird zu Hause entschieden. In den Osttiroler Haushalten liegt noch viel Potenzial für den Klimaschutz, für stabile Gebühren und für Ressourcenschonung. Der Abfallwirtschaftsverband Osttirol sieht dieses Ereignis als Einladung, das eigene Trennverhalten zu hinterfragen. Schon kleine Verhaltensänderungen können Großes bewirken!

Wer sein Wissen rund ums richtige Trennen auffrischen möchte oder genauere Informationen zu den Fehlwürfen sucht, wird auf der Website des Abfallwirtschaftsverbands Osttirol fündig (www.awv-osttirol.at). Dort gibt es auch das praktische Trenn-ABC (www.awv-osttirol.at/downloads/) für alle, die beim Sortieren auf Nummer sicher gehen wollen. Aktuelle Tipps und Einblicke bietet zudem der Instagram-Kanal des AWVO (www.instagram.com/awv.osttirol/) Denn: Jede richtige Entscheidung beginnt zuhause – und jede:r zählt.

Die Daten basieren auf der Tiroler Restmüllanalyse 2019 für den Bezirk Lienz sowie auf Mengenmeldungen aller 33 Mitgliedsgemeinden des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol aus dem Jahr 2023.

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